Vom 24. bis 26. Oktober 2025 öffnete die ‚Kuchenmesse Hamburg‘ bereits zum zweiten Mal in der MesseHalle Hamburg-Schnelsen ihre Türen. Natürlich konnte ich mir dieses Event rund um Zuckerträume in meiner Heimatstadt nicht entgehen lassen. Zumal es in diesem Jahr endlich wieder einen Tortendesignwettbewerb gab (bei der Premiere im Vorjahr gab es keinen Wettbewerb). Ich sage bewusst ‚Torten-Design-Wettbewerb‘, denn wenn ich eins bei den Gesprächen mit den Besuchern gelernt habe, die meisten hören „Tortenwettbewerb“ und denken an essbaren Kuchen der verkostet wird. So ähnlich halt wie im Fernsehen bei der Bewertung bei „Das großen Backen“. Und auch hier haben sich die Besucher alle heimlich gefragt, was hinterher mit den ganzen Torten passiert. Das Erstaunen und die Erleichterung ist groß, wenn ich erläutert habe, dass sich unter den ganzen Motivtorten Styropor-Dummies befinden (ausgenommen natürlich beim „Geschnitzten Element“ und dem „Sweet Table“). Es also keine Lebensmittel verschwendet werden.
Der Wettbewerb wurde von der IGT (Interessengemeinschaft Tortendesign e.V.) veranstaltet und durch seine internationale Jury aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden bewertet. Die kunst- und fantasievollen Kreationen der Teilnehmer waren beeindruckend und detailverliebt. Die Tische mit den Wettbewerbsstücken waren direkt neben der Bühne -getrennt durch einen Gang- aufgestellt. Das war sehr schön zueinander platziert und machte einen guten Eindruck. Am IGT-Stand selbst konnten Besucher zudem in kleinen Schnupperkursen selbst Hand anlegen und einen Einblick in die Welt des Tortendekorierens bekommen. Es wurden Pfingstrosen aus WaferPaper erstellt, kleine Gespenster aus Fondant modelliert und filigrane Schokodekore aufgespritzt. Aufgrund der geringen Anzahl waren die wenigen Plätze allerdings fast umgehend vergeben. Sehr zum Leidwesen von später eintreffenden Besuchern.
Doch zurück zur Messe selber. Es ist eine Kombi-Messe: die ‚Hamburg Kreativ‘ mit ‚Kuchenmesse Hamburg‘, wobei der Kreativ-Teil aufgrund der Ausstellerzahlen überwiegt. Die Stände mit wirklichem Backzubehör und/oder Motivtortenbedarf konnte man leider an einer Hand abzählen. Das hat manchen bestimmt sehr enttäuscht.
Acht der zwölf Kandidaten aus der aktuellen Staffel 2025 von „Das große Backen“ waren vor Ort. Sie standen auf der Bühne der Moderatorin Nona Brodersen Rede und Antwort zu ihrer Zeit im Backzelt. Das war natürlich für Fans der TV-Sendung ein Highlight. Schade war nur, dass die Gruppe ihre großzügige Standfläche lediglich für Selfies und Autogramme genutzt hat. Hier wäre mehr möglich gewesen und hätte zudem der Messe gutgetan. Die Kandidaten aus der Staffel zuvor, haben auf der letzten Messe z.B. Cupcake dekorieren für Kinder angeboten.
Apropos Kandidaten: Katha und Isabel von der DgB-Staffel 2023 waren ebenfalls dort. Sie gaben auf der Bühne Tipps zu glutenfreiem Backen. Zudem kündigte Katha ein eigenes Backbuch mit glutenfreien Rezepten an („Katha backt glutenfrei: Das Familienbackbuch für Groß und Klein“ / erscheint im April 2026).
Am Sonntag kam dann noch ein echter Star der Backwelt dazu: Christian Hümbs, preisgekrönter Patissier und Juror bei „Das große Backen“. Bevor er auf der Bühne interviewt wurde, schaute er sich alle Exponate beim Tortenwettbewerb genau an und wählte dann seinen persönlichen Favoriten. Damit er durch die bereits veröffentlichte Bewertung der IGT-Jury nicht beeinflusst wurde, dreht man vor seiner Begutachtung alle Bewertungskarten um. Seinem persönlichen Favoriten schenkte Christian Hümbs sein aktuelles Backbuch. Wie sich später herausstelle, deckte sich sein Geschmack mit der der Jury. Die „Best in Show“-Gewinnerin, war auch seine Favoritin – Anna Maria Zajonz mit ihrer 3-Hexen-Torte!
Ein süßer Anfang mit Potential 🍰
Trotz vieler schöner Momente war die Stimmung unter den Besuchern, die speziell wegen der Kuchenmesse gekommen waren, etwas verhalten. Viele hätten sich mehr Aussteller und ein breiteres Angebot rund ums Backen gewünscht – also nicht nur Motivtorten, sondern auch klassische Kuchenideen, Zubehör oder kleine Workshops zum Mitmachen. Besonders die Familien mit Kindern waren etwas enttäuscht, dass es neben dem IGT-Tisch keine Mitmachaktionen gab. Das ist nicht dem Veranstalter anzulasten – schließlich hängt eine Messe immer davon ab, wie viele Aussteller sich beteiligen und was diese vor Ort bieten. Darauf hat er kaum Einfluss.
Mein Fazit:
Es ist schön, dass sich wieder eine Messe mit Wettbewerb in Hamburg gibt. Hamburg hat jede Menge backbegeisterte Menschen – und die kommen gern wieder, wenn’s ums süße Handwerk geht. Allerdings muss „geliefert" werden, damit die Besucher wiederkommen. Für eine „Kuchenmesse“ waren da eindeutig zu wenig Angebote.